12.04.2014

Vortrags- und Buchempfehlung: Genderideologie

In kürzester Zeit hat sich der Genderbegriff in den Medien und im öffentlichen Leben in fast alle Themenbereiche ausgedehnt. Sogar Projekte für "gendergerechte Biomassekraftwerke" werden inzwischen geplant und gefördert. Nur eine Modeerscheinung? Oder ein Schritt zur notwendigen gesellschaftlichen Gleichstellung der Frauen?

Vielfach ja. Doch in vielen Fällen steckt auch eine ausgewachsene Ideologie im vollen Sinn des Wortes dahinter. Dazu möchten wir auf die Publikationen zweier bekannter Autorinnen hinweisen, die sich mit den Themen "Gender" und "Umdeutung der Familie" sehr intensiv auseinandergesetzt haben


Gabriele Kuby
Gender - Eine neue Ideologie zerstört die Familie

Sie wissen nicht, was "gender" ist? Hier erfahren Sie das Wichtigste in Kürze:
- Die Ziele der Gender-Ideologie
- Der politische Missbrauch der Sprache
- Die globale Durchsetzung durch UN und EU
- Die Sexualisierung der Kinder
- Das Erwachen des Widerstandes
Gabriele Kuby ist Soziologin. Sie hat bereits 2006 ihr erstes Buch gegen die Gender-Ideologie veröffentlicht und kennt sich mit dieser Thematik bestens aus. Ihr Standard-Werk "Die globale sexuelle Revolution - Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit" zeigt detailliert die weltweiten Strategien dieser neuen Revolution auf und vermittelt das nötige Wissen für den Widerstand.
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Christa Meves
Kinder und Familie - Herausforderungen im heutigen Europa

Christa Meves ist Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, die über mittlerweile viele Jahre hinweg mahnend und erinnernd die Stimme für christliche Werte in der Gesellschaft erhebt. Die gläubige Katholikin ist eine mit vielen Preisen ausgezeichnete Schriftstellerin, eine Vorreiterin in einer Diskussion, die uns als Gebetshaus geistlich auch sehr bewegt: Ehe, Familien und Kinder im heutigen Europa.

Vortrag im Gebetshaus Augsburg, erhältlich als gratis Podcast:
http://www.gebetshaus.org/sites/default/files/podcast/audio/christa_meves_web.mp3

19.03.2015

Antijudaismus gestern und heute

Hannover/Meißen (kath.net) Der Antijudaismus Martin Luthers (1483-1546) ist nicht lediglich ein „Randthema“ in der Theologie des Reformators gewesen. Zu diesem Ergebnis ist die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gekommen. Sie tagte vom 14. bis 17. März in Meißen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die theologische und politische Relevanz von Luthers Schriften über die Juden. Nach Ansicht der Kirchenhistorikerin Prof. Dorothea Wendebourg (Berlin) stellen sie eine belastende „Hypothek“ für die heutigen lutherischen Kirchen dar. Sie müssten sich daher kritisch mit Luthers Äußerungen zu den Juden auseinandersetzen. >>> mehr

 

Einen Schritt weiter in der Frage, welche Stellung die christliche Gemeinde gegenüber den Juden einnehmen sollte, geht Dr. Jürgen Bühler, Direktor der Internationalen Christlichen Botschaft in Jerusalem (ICEJ), in seinem kürzlich gehaltenen Vortrag „Die kommende ‚Israel-Reformation‘ der Gemeinde“. Bühler verweist darauf, welch geringe Akzeptanz die Frage der Weltmission im frühen Protestantismus hatte, wogegen in unseren Tagen fast jede Gemeinde mindestens ein Missionssprojekt unterstützt. In ähnlicher Weise erwartet er ein generelles Umdenken der Christen in der Beziehung zum jüdischen Volks und konkret gegenüber dem Staat Israel. Bühler erwartet in den Kommenden Jahrzehnnten eine „Israel-Reformation“, da es kaum noch eine lebendige Gemeinde ohne Beziehung zu Israel geben wird. Der ICEJ-Direktor wörtlich: „Ein Budget um ‚Israel zu segnen‘ wird genauso natürlich sein, wie ein Missions-Budget.“

Die Ausführungen Bühlers und theologischen Begründungen zu diesem erwarteten „Paradigmenwechsel für Israel und die Gemeinde“ findet man >> hier <<

In welche Form sich Antijudaismus und Antisemitismus heute oftmals kleiden, und welche überraschenden Koalitionen entstehen dem entgegenzuwirken, zeigt der nachfolgende Bericht.

 

 

 

31.10.2014

Zum Reformationstag rückt die Einheit der Christen, nicht die Spaltung der Konfessionen, in den Vordergrund

Bischof Michael Bünker bei den Ökumenischen Stadtgesprächen in Wien
Kardinal Christoph Schönborn, Predigt beim KEY2LIFE Festival in Marchegg

Heute, am Reformationstag 2014, liegt der Thesenanschlag Martin Luthers genau 497 Jahre zurück. Werden wir im Reformationsjubiläumsjahr 2017 500 Jahre Spaltung des christlichen Abendlandes begehen oder uns neu der Gemeinsamkeiten der Konfessionen besinnen können? Prägnante Aussagen führender Persönlichkeiten der christlichen Kirchen unserer Tage lassen letzteres hoffen.

Bischof Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. und Generalsekretär der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa äußerte sich anlässlich des Reformationsempfangs bei der Akademie der Wissenschaften in Wien am 29. Oktober optimistisch und stellte das Gemeinsame zwischen den Konfessionen in den Mittelpunkt. Das Reformationsjubiläum könne eine Chance sein, "vereint in den Unterschieden voranzugehen. Es gibt keinen anderen Weg, um eins zu werden", zitierte Bischof Bünker Papst Franziskus in seiner Rede. Wichtig sei das Miteinander vor allem mit der Römisch-katholischen Kirche, aber auch mit Baptisten und Mennoniten. Die Reformation lasse sich auch nicht auf ein kirchliches Erneuerungsprogramm beschränken, sei "mehr als eine Reform", nämlich "Aufbruch weit über die Kirche hinaus" mit Auswirkungen bis heute. Das Reformationsjubiläum bedeute daher "nicht sich selbst zu feiern, sondern aufzubrechen in die Welt". Klar ist für Bünker auch, dass sich beim Reformationsjubiläum der "Blick nicht zurück, sondern nach vorne" richten werde.

Bei dem Ökumenischen Stadtgespräch in der Woche zuvor hatte Bischof Bünker bereits betont, dass die Lutherische Kirche traditionell von „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ als Ziel ökumenischer Annäherung spricht. Besondere Bedeutung misst er den Fortschritten des Zweiten Vatikanischen Konzils zu, das einer der teilnehmenden Kardinäle als „Luthers Konzil“ bezeichnet hatte, nämlich jenes Reformkonzil, das der Reformator immer gefordert hatte.

Auch in anderer Hinsicht hat die Katholische Kirche Schritte unternommen, die die theologischen Differenzen zwar nicht aus der Welt räumen, aber die Sichtweisen zumindest kompatibler machen. Die Streitfrage „Rechtfertigung aus Glauben oder aus Werken“, die eine der großen Bruchlinien zwischen Wittenberg und Rom markiert, wurde mit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre abschließend geklärt: „Wir sind angenommen allein aus Gnade im Glauben an die Heilstat Christi… und vom Heiligen Geist befähigt zu guten Werken“, heißt es in diesem wegweisenden Text, der von den beiden Kirchen im Jahr 1999 unterzeichnet wurde.

Und zu einem zweiten großen Streitpunkt der Reformation der Frage nach dem Fundament der Kirche, wie nämlich das „Petrusamt“ der römischen Päpste zu verstehen sei, gab kürzlich Kardinal Christoph Schönborn in seiner Predigt zum Messiasbekenntnis des Petrus (Mt. 16,16) eine für viele überraschende Erklärung, bei der er sich aber auf den Katechismus der Katholischen Kirche (Absatz 424) berufen konnte: „Der Fels, auf dem Jesus seine Kirche baut, das ist das Bekenntnis des Petrus: ‚Du bist der Christus, der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.‘ Der Fels ist dieses Bekenntnis! Jeder, der sich zu Jesus bekennt, ist wie Petrus ein Fels. Und dieser Glaube wird nicht untergehen.“ Das ist im Kern nichts weniger als die „klassische“ protestantische Auslegung dieser Stelle, wogegen Katholiken meist in der Person des Petrus und in seinen Nachfolgern, den Päpsten das Fundament der Kirche sahen.

Ganz offensichtlich haben sich die theologischen Sichtweisen auch in dieser Frage entscheidend angenähert. Ein einheitliches Verständnis geht bereits soweit, dass zwischen der Weltweiten Evangelischen Allianz und dem Vatikan bereits ein weitergehendes Grundsatzdokument in Diskussion ist: "Unity in Faith and Unity in Missions". Wenn wir, so die Erkenntnis, ein gemeinsames Glaubensbekenntnis haben und das gleiche Verständnis von Rechtfertigung und Erlösung, so müssen wir auch den Missionsauftrag Jesu zu  unsererem gemeinsamen Anliegen machen.

Einen Video-Mitschnitt der Aussagen von Kardinal Schönborn und Bischof Bünker sowie weitere Berichte zur Ökumene findet man auf unserer Medienseite „Psalm133“.