Berichte - Gesellschaftliches Engagement

Als Christen tragen wir Mitverantwortung für die Schöpfung und für die Welt um uns. Schon von Anfang an waren Christen Katalysator und manchmal der entscheidende Motor für notwendige gesellschaftliche Veränderungen.

Jede Epoche hat dafür ihre eigenen Herausforderungen. Über mögliche christliche Antworten auf die entscheidenden Fragen menschlichen Zusammenlebens im 21. Jahrhundert wollen einige der folgenden Berichte eine Antwort oder zumindest einen Denkanstoß auch biblischer Perspektive geben.

17.12.2014

Kardinal Schönborn unterstützt Protest-Plattform gegen Fortpflanzungsmedizin

Die neue Plattform gegen das geplante Fortpflanzungsmedizingesetz erhält Unterstützung von Kardinal Christoph Schönborn berichtet Kathpress in einer aktuellen Aussendung: "Ich bin dankbar, dass sich Christen mit Kompetenz und Engagement bei grundlegenden ethischen Fragen wie jenen rund um die Reproduktionsmedizin zu Wort melden und dazu Allianzen in der Gesellschaft bilden", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz am 17. Dezember 2014.

 Die Debatte zu diesem Thema brauche "Tiefgang, Breite und vor allem Entschleunigung", so Schönborn, der die "unverständliche Eile" bei diesem Gesetzesvorhaben erneut kritisierte.

Auch der Katholische Familienverband Österreichs und die Aktion Leben schließen sich dem Protest gegen die Gesetzesvorlage an. Kritisiert werden nicht nur inhaltliche Punkte, sondern auch die „extrem kurze Begutachtungsfrist für diese folgenschwere Novelle mit all ihren Implikationen.“ Im Herunterspielen der Bedeutung der Eizellenspende sieht die Aktion Leben u.a. ein „weitgehendes Ausblendenden aller medizinischen und sozialer Risiken und die Gefahren der Ausbeutung und Ausnutzung von Frauen in Not.“

Detaillierte Hintergrundinformationen zur Fortpflanzungsmedizin finden Sie hier. Die Aktion Leben schreibt: Bitte schreiben Sie bitte Ihren Abgeordneten. Noch ist Zeit, denn der Entwurf wird im Jänner 2015 im Parlament diskutiert.

22.11.2014

Österreichische Bischöfe befürchten bioethischen Dammbruch in der Fortpflanzungsmedizin

Eine geplante Novelle des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes beinhaltet, dass sich Frauen mit der Eizelle einer anderen ein Kind machen lassen dürfen (Eizellspende). Ebenso vorgesehen ist die Möglichkeit, dass zahlreiche Embryonen bewusst für genetische Selektion produziert werden (Präimplantationsdiagnostik). Somit soll auch besonders für lesbische Paare mittels künstlicher Befruchtung das Austragen von Kindern ermöglicht werden.

Familienbischof Klaus Küng erkennt in der Gesetzesvorlage einen "Dammbruch". Darauf wies der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie zuständige St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng am 14. November 2014 in einer ersten Reaktion auf die tags zuvor von Justizminister Wolfgang Brandstetter und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser präsentierte Novelle. Die "Aktion Leben" bezeichnete die vorgesehene Begutachtungsfrist von nur zwei Wochen als "eine Farce". Offenbar solle eine öffentliche Diskussion verhindert werden.

Unter Verweis auf die vor 25 Jahren unterzeichnete UN-Kinderrechtskonvention stellt Kardinal Christoph Schönborn in diesem Zusammenhang die Frage: „Wer verteidigt heute das Recht des Kindes auf Vater und Mutter?“ Der Wiener Erzbischof wendet sich ausdrücklich gegen die „sehr liberale Novelle“ des Fortpflanzungsmedizingesetzes und kritisiert die extrem kurze Begutachtungsfrist. Schönborn wörtlich: „Dazu werden fast alle bisherigen Grenzen aufgehoben. Samen- und Eizellenspende von Dritten für ‚In-vitro-Fertilisation‘. Der Begriff ‚Elternteil‘ soll bald auch für lesbische Paare gelten. Selbst die Samenspende für alleinstehende Frauen ist bereits in Diskussion, genauso wie das ‚Social Egg Freezing. Und damit das so produzierte Kind auch sicher in Ordnung ist, sollen die im Reagenzglas hergestellten Embryonen vor ihrer Einpflanzung auch selektiert werden.“

Unter dem Titel „Kinderrechte statt Kinder um jeden Preis – Nein zum Entwurf des FMedG“ ruft die Initiative CitizenGo die zuständigen Minister Oberhauser und Brandstetter auf: „Der Entwurf des Fortpflanzungsmedizingesetz muss zurückgenommen und nach umfassender öffentlicher Information und Debatte grundlegend überarbeitet werden.“ Dieser Petition kann man online seine persönliche Zustimmung geben unter dem Link: Nein zum Entwurf des FMedG Die Seite von CitizenGo enthält weitere ausführliche Hintergrundinformation zu diesem Thema.

24.11.2014

"Die Presse": Fortpflanzungsmedizin - ein demokratiepolischer Skandal!

Nicht nur kirchliche Kreise (siehe Bericht unten), sondern auch in breite Schichten unserer Gesellschaft stehen dem neuen Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin außerordentlich ablehnend gegenüber. Gudula Walterskirchen schreibt dazu in der gestrigen Ausgabe der Presse:

Zurzeit beschäftigt sich die Politik mit den sensibelsten Themen einer Gesellschaft: Tod und Geburt. Während beim Sterben eine breite und wichtige Diskussion in Gang gekommen ist, will man diese beim Thema Zeugung nicht zulassen. Das neue Fortpflanzungsmedizingesetz wurde hinter verschlossenen Türen von zwei Ministern ausgehandelt und soll nun im Parlament durchgewunken werden. Das ist ein demokratiepolitischer Skandal!

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Wer sich der Petition gegen diese Gesetzesvorlage anschließen möchte, kann dies online tun durch Untersützung des Aufrufs der Lebenskonferenz: Kinderrechte wahren!

Sterbehilfe: Töten als neue Dienstleistung unserer Krankenhäuser?

"Sonntag"-Chefredakteur Michael Prüller behandelt in einem Leitartikel eine weitere ethische Frage, die immer häufiger öffentlich diskutiert wird. Darf man, ja soll man Sterbehilfe legalisieren. Er schreibt:

„Wenn ich bejahe, dass jemand professionelle Hilfe bei der Selbsttötung in Anspruch nehmen darf, dann befürworte ich damit, dass das Töten als neue Dienstleistung in den Leistungskatalog von Krankenhäusern und Pflegeheimen aufgenommen wird. Was würde eine solche Normalisierung des Tötens für unsere Gesellschaft bedeuten?“

Michael Prüllers Beitrag lesen Sie hier.